DIE REPUBLIKANER – KV Main-Kinzig

freiheitlich. modern. patriotisch.

Deutsche Schulen für Deutsche Schüler

Sonntag 14. November 2010 von Redaktion

PRESSE – es gilt das gesprochene Wort

Antrag der Republikaner:

Deutsche Schulen für Deutsche Schüler

Begründung am 8. 11. 2011 – Bert-Rüdiger Förster (FV)

Herr Stadtverordnetenvorsteher,

sehr geehrte Damen und Herren,

vor einem halben Jahr wäre ein solcher Antrag noch höchst problematisch gewesen – zumindest mehr als heute -, da, außer einigen Warnhinweisen des Bezirksbürgermeisters von Neukölln, Heinz Buschowski (SPD), in diversen Talkshows, das schon jahrelang gepflegte politicall correctnes oder: ,,es kann nicht sein, was nicht sein darf“ dominierte, dieser relativierte und mutig auf Missstände verwies.

Das änderte sich schlagartig mit der Vorstellung des Buches von Thilo Sarrazin: ,,Deutschland schafft sich ab“. Dieses Buch wurde dann in einer großen Boulevard-Zeitung, mit über 10 Millionen Lesern täglich, vorgestellt und hallt bis heute nach – zuletzt am Samstag mit der BILD- Aufforderungs-Aktion ,,Deutsch muss ins Grundgesetz”. Dass dieses Thema die Menschen bewegt belegen tausende von Briefen an Zeitungen, Magazine und den Autor selbst.

Nach Erscheinen des Buches und der zum Teil undifferenzierten Angriffe der politischen Klasse unserer Republik auf Herrn Sarrazin, wendete sich ganz schnell das Bild, denn die große Zustimmung zu dem Buch, sieht man von einigen überzogenen und entbehrlichen Passagen ab, hat viele überrascht. Die Menschen getrauten sich wieder zu äußern und aus ihrem eigenen Erleben und ihren Wahrnehmungen zu berichten. So viele Menschen können sich nicht irren, erlaube ich mir anzumerken.

Nun folgten viele Talkshows, insbesondere mit Buschowski und Sarrazin, aber auch mit anderen Koryphäen. Beherrschendes Thema war dann immer die ,,Integration“ und die zumeist unbefriedigende Situation an allzu vielen Schulen, durch mangelnde Deutschkenntnisse und Lernverweigerung, bis zur offen zu Tage tretenden Deutschfeindlichkeit, durch vermutlich nicht integrationswillige Schüler.

In diesen sogenannten Talkshows (Gesprächsrunden) von Sandra Maischberger über Maybritt Illner und Reinhold Beckmann bis Frank Plasberg ,,Hart aber fair“ stand das Thema Integration in all seinen Facetten im Focus lebhafter, auch emotionaler geführter Redebeiträge.

Ich habe eine ganze Sammlung vieler dieser Zitate der Gesprächsteilnehmer. Stellvertretend das Zitat eines Hochschullehrers aus NRW (Prof. Klaus Kocks, Uni Bochum): ,,Unser derzeitiges Bildungssystem bestraft die Fleißigen und belohnt die Faulen“. Und weiter: ,,Unser Schulsystem ist weltweit Mittelklasse und europäisch katastrophal“. Oder Markus Lanz am 2. 11. in einer Runde mit Pädagogen: ,,Man kann ja beim Hochsprung die Latte so niedrig setzen, damit viele auch darüber springen können“ – oder ,,Wir produzieren zu viele ,Bildungsversager“. Natürlich sind da auch viele Kinder dabei, die keinen Migrationshintergrund haben.

Da passt die Eingangsbemerkung aus einer Broschüre des Main-Kinzig-Kreises, als Bildungspartner, die am vergangenen Freitag auf den Tischen der Kreistagsabgeordneten lag. Überschrift: ,,Nur ein Umdenken in der Bildungspolitik führt mittelfristig in die Bildungsrepublik!” Dort steht im ersten Absatz, den ich mit Ihrer Genehmigung, Herr Stadtverordnetenvorsteher, zitieren darf: ,,Es ist erschreckend, wenn laut Bertelsmann-Stiftung 1,43 Millionen junge Erwachsene im Alter von 25-34 Jahren allein in Westdeutschland keinen Ausbildungsabschluss haben. Dabei könnte man schnell annehmen, dass das vor allem ein Problem der Hauptschulen ist. Weit gefehlt: 17,9% der Realschulabsolventen zählen zu den ausbildungslosen Personen und sogar 15,2% der (Fach)-Abiturienten. Der Blick in den Main-Kinzig-Kreis zeigt, dass diese Entwicklung an uns nicht vorbeigeht.“ – Ende des Zitats.

Scheinbar aber an der Stadt Hanau, angesichts der großen Aufregung zu unserem Antrag, der getragen ist von der Sorge, dass wir das mit der Integration nicht schaffen und nunmehr auch die Notbremse ziehen müssen, damit die, die lernen wollen und es auch sprachlich schaffen, nicht von denen behindert werden, die, trotz allem guten Willen und vielfacher Förderung es nicht schaffen oder schlimmer noch überhaupt nicht wollen.

Gestatten Sie mir, bevor ich zu unserem Antrag komme, darauf zu verweisen, dass von der Bundeskanzlerin Angela Merkel (Multikulti ist gescheitert) über Sigmar Gabriel, dem SPD-Bundesvorsitzenden (Wer auf Dauer alle Integrationsangebote ablehnt, der kann ebenso wenig in Deutschland bleiben wie vom Ausland bezahlte Hassprediger in Moscheen“) auch von anderen weitere markige Sätze gefallen sind, die Sie bei meinen Ausführungen vielleicht heraus hören wollen, aber vermissen werden.

Wir sind doch da in guter Gesellschaft und seien Sie versichert, was ich im folgenden zitiere und mich aus dem Zahlenmaterial von Leuten, die sicher schlauer sind als ich, bediene; es ist nachlesbar (habe es dabei). Sei es in der eingangs erwähnten Boulevard-Zeitung über die FAZ bis hin zu Magazinen oder auch der Lokalpresse.

Und da die freie Meinungsäußerung durch den Artikel 5 des Grundgesetzes gedeckt ist, wo explizit steht, dass ich mich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert unterrichten darf, ist nicht unser Antrag skandalös, sondern die Anzeige bei der Polizei gegen mich, von Protagonisten des Ausländerbeirates Hanau, der gestern wieder mit gerade ein mal 10,32% für weitere 5 Jahre gewählt wurde. Also ein noch wesentlich schwächeres Ergebnis als 2005, denn da waren es ja immerhin noch 14,65%.

Sehr geehrte Damen und Herren,

zugegeben, der Antrag ,,Deutsche Schulen für deutsche Schüler“ ist provokant, aber durchaus legitim, wenn man die gewünschte öffentliche Wirkung erzielen will.

Im Anschluss an meine Ausführungen werden wohl einige Berufene des Hauses verbal auf mich einprügeln; aber das stecke ich gut weg, denn mögen auch hier die meisten wütend auf mich sein, so weiß ich mich, wie bereits erwähnt, durch Aussagen von ganz bedeutenden Menschen gestärkt und auch in dieser Stadt wird es hunderte geben, die sagen: ,,endlich nennt mal einer das Kind beim Namen“.

Dann am 27. März 2011 gibt es für uns entweder die rote Karte oder aber die Aufmunterung, auch weiterhin auf Fehlentwicklungen hinzuweisen und auch Lösungen anzubieten.

Die Begründung, die nicht Gegenstand des Beschlussvorschlages ist, verweist im ersten Absatz auf eine PISA-Studie und auf die ergänzende Einschätzung des Vorsitzenden des Deutschen Philologenverbandes, Oberstudiendirektor Heinz-Peter Meidinger hin. Und im zweiten Absatz lesen Sie das, was Sie auch in der FAZ vom 4., 8. und 12. Oktober lesen konnten. Also nicht unsere Zahlen, sondern wissenschaftlich fundierte Zahlen.

Das bedeutet doch, dass wir es uns nicht länger leisten können, dass es noch allzu viele Schulen oder Klassen gibt, wo denen besondere Aufmerksamkeit und Förderung zuteil werden muss, um das Klassenziel erreichen zu können, die es entweder durch mangelnde Frühförderung, einhergehend mit ungenügenden Deutschkenntnissen oder auch Unwillen, absehbar nicht erreichen werden. Das ist schlimm, darf aber die Lernwilligen nicht behindern. Und alle, die sich in den letzten Wochen zu Wort gemeldet haben, verbindet eine gemeinsame Forderung: Deutsch ist die verbindliche Sprache, hier in unserem Gemeinwesen Deutschland, wozu auch Hanau gehört.

Sogar der türkische Regierungschef, Rezep Erdogan, fordert seine Landsleute in Deutschland auf unbedingt Deutsch zu lernen. Danke dafür – und das ist ehrlich gemeint, sofern er es auch so gemeint hat.

Es kann doch nicht sein, dass dieser beklagenswerte Mangel noch zu vieler, die den Ernst der Lage offensichtlich nicht erkennen, dazu führt, dass jene die guten Willens sind, mit abgehängt werden oder in Privatschulen flüchten, wenn es die Eltern sich dies finanziell erlauben können. Dazu komme ich aber noch.

Deshalb macht es unserer Meinung auch Sinn, dass man hier eine Trennung – auch wenn sie zeitlich begrenzt ist – vornimmt, mit dem Ziel, dass diejenigen mit sehr guten Deutschkenntnissen (Beherrschungsprinzip) zusammen gefasst werden und jene, die noch weit davon entfernt sind, so gefördert werden, dass sie, bei gutem Willen und Fleiß, das Klassenziel auch erreichen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

um ein eventuelles Missverständnis zu beseitigen, da aus der Antragsbegründung eine Fehlinterpretation nicht auszuschließen ist. Deutsch als Muttersprache heißt für uns auch, dass Kinder italienischer, spanischer, griechischer oder aus anderen europäischer Nationen, nicht ausgeschlossen werden sollen, wenn sie die Voraussetzungen für eine Schule und natürlich den Lernwillens erbringen.

Und das ist keine Sprechblase. Nämlich auch das geht. Die 14-jährige Tochter unseres türkischen Nachbarn in Steinheim geht auf die Lindenauschule im B-Kurs (früher Realschule). Die ganze Familie, westlich orientiert, spricht ein akzentfreies Deutsch – auch der kleine achtjährige Sohn als Grundschüler.

Das ist gelebte Integration, wie sie sein sollte und wäre das in den meisten Familien mit Migrationshintergrund so, dann wäre es zu diesem Antrag erst gar nicht gekommen.

Noch einige Ausführungen zu dem Run auf die Privatschulen, bzw. freie Träger.

Es ist für uns, als patriotische, konservative und soziale Partei, völlig unbefriedigend, dass Eltern, die es sich leisten können, ihre Kinder in die Walldorfschule, in die Marienschule der Ursulinen in Offenbach, St. Josef-Schule in Großauheim oder auf das Kreuzburggymnasium in Großkrotzenburg schicken, während anderen, mit ebenfalls strebsamen, intelligenten und auch lernwilligen Kindern, diese Möglichkeit versagt bleibt; zum einen weil der Andrang so groß ist und eine Aufnahme an den Kapazitäten scheitert oder schlichtweg weil das Geld fehlt.

Zum Beispiel die Paul-Gerhardt-Schule. Sie ist mit knapp 70 Schülern in der Corniceliusstraße bei uns in Hanau gestartet und hat jetzt auf dem New Argoner-Areal eine amerikanische Schule übernommen, wo jetzt 375 Schülerinnen und Schüler beschult werden. Ziel ist in absehbarer Zeit 600 Schülerinnen und Schüler beschulen zu wollen.

Und das kostet die Eltern richtig Geld. Wenn meine Informationen zutreffen, wollten zu Beginn des Schuljahres 2010/11 die Eltern von 320 weiteren Kindern dieses Geld auch in die Hand nehmen – nur, 22 schafften die Aufnahme, da durch verschiedene Kriterien, wie Berücksichtigung von Geschwisterkindern und anderem, eine weitere Aufnahme nicht möglich war. Das muss einem doch zu denken geben.

Wohlwissend, dass ich nach diesen langen Ausführungen nicht viele von Ihnen mit unseren Sorgen und Visionen erreicht habe, da der ,,Unfehlbarkeitsfaktor“ mir zementiert erscheint und gar keine Belehrungen und Hinweise von den Republikanern erwünscht sind. Man hat den Eindruck, dass es nicht wenige gibt, die mit schönen Schulen, jetzt begünstigt durch die finanziellen Möglichkeiten der Konjunkturförderprogramme von Bund und Land sowie dem Schulentwicklungsplan zufrieden sind, dabei übersehen, dass man zwar damit günstige Bedingungen schafft, aber dies allein das Bildungsniveau nicht anhebt und im Hinblick auf die Zukunft die Sorgenfalten verstärken wird.

Wünschen würde ich mir, dass die Spitzenfrau der Grünen, Frau Renate Künast, das erreicht, was sie sich als Ziel vorgibt – nämlich, dass jedes Kind bis Ende der nächsten Legislaturperiode mit altersgerechten Deutschkenntnissen in die Schule kommt. Ohne verstärktem Druck ist dies nur schwerlich zu schaffen, obwohl ich es ihr wünsche.

Dazu abschließend ein Beispiel. Am vergangenen Freitag konnte man in der Hanau-Post (Titelseite) lesen: ,,EU beschert Sozialprobleme“. Die EU-Freizügigkeit zeigt in Offenbach ihre Kehrseite: Zunehmend zieht es Bulgaren und Rumänen in die Stadt, die schwarz arbeiten, auf den Straßen und Plätzen für soziale Probleme sorgen und deren Kinder die Schulen überfordern, weil sie kein Deutsch sprechen und teilweise als Zehn- bis Zwölfjährige noch nie Unterricht hatten.

Offenbach ist von Hanau nur ca. 15 Kilometer entfernt und was macht man hier in Hanau, wenn wir solche Schüler beschulen müssen, denn Schulpflicht besteht ja für alle? Nebenbei bemerkt; in Bulgarien wird kyrillisch geschrieben, was das ganze erschweren würde.

Haben wir dann eigene Klassen, wo man diese, zu uns gekommenen Menschen, intensiv an die deutsche Sprache heranführt oder gibt man sie in eine der altersgemäßen Klassen einer Grund- und Hauptschule, mit der Folge, dass die Lehrerin, der Lehrer sich weitestgehend um diese Neuankömmlinge kümmern muss und dann weit davon entfernt ist, den anderen des Klassenverbandes den Lehrstoff vermitteln zu können.

Nun erwarten wir die ablehnende Begründung zu diesem unserem Antrag – wohlwissend, dass wir mit unserer Meinung in dieser Stadt nicht alleine sind.

Dieser Beitrag wurde erstellt am Sonntag 14. November 2010 um 11:43 und abgelegt unter Kommunalpolitik. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

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